Britt hat sich bei der harten Arbeit mit den Kühen den Rücken gebrochen – und sich nicht geschont, sondern weiter gearbeitet. Die Kühe sind ihr Leben. In berührenden Worten erzählt sie von den Tieren, als wären sie ihre Kinder. Dass sie immer schwächer wird, merkt sie nicht – oder will es nicht wahrhaben. Ihre Schwester hilft, und wenn die nicht will – die beiden zanken sich ständig, obwohl sie sich innig lieb haben – dann ruft Britt einfach jemanden in der Nachbarschaft an. Die fluchen dann zwar, aber sie helfen.
Mit den blossen Händen sieht man sie den Mist aus dem Stall kratzen. Man sieht sie einschlafen auf dem Melkstuhl, man sieht ihre verschwollenen Hände, ihre offenen Beine. Man sieht aber auch ihr seliges Lächeln, wenn sie von ihren Kindern – pardon – ihren Kühen spricht. Kinder hat sie nämlich keine. Ihre männlichen Verehrer hat sie als junges Mädel immer wieder zurückgewiesen. “Sie hat ihr Leben verpfuscht”, ist ihre Schwester Inger überzeugt. “Ich wollte kein anderes Leben haben”, lächelt Britt versonnen.
Eine liebevoll gefilmte Dokumentation, die nur einen (dafür recht groben) Mangel aufweist: Der Spannungsbogen schliesst sich und der Film hört nicht auf. Zweimal passiert das … eigentlich wäre das Stoff der Dramaturgie-Basis-Ausbildung. Aber vielleicht haben sich die Filmemacher ja auch in Britt’s Kühe verguckt und konnten schlichtweg nicht mehr aufhören 😉
KOKVINNORNA – Frauen mit Kühen
Ich dachte, ich versteh’ Schwedisch, und dann kam KOKVINNORNA. Bei diesem Film ging’s mir wie Leuten, die Deutsch lernen und dann im Tirol landen, hinteres Ötztal. So ähnlich sah auch die Landschaft aus – nur flacher, ohne alpine Steilhänge. Landwirtschaftliche Idylle, zufriedene Kühe. Daneben etwas, das nach aussen wie Elend aussieht: ein Wesen, das wie eine zusammengefaltete Karte durch die Wiesen stakst, den Kopf auf Höhe der Waden. Das ist Britt. Am liebsten schläft sie im Stall.

Ich hoffe wirklich, solche Filme schaffen es auch irgendwann ins deutschsprachige Fernsehen … vielleicht arte oder 3SAT
Das ist der Film für mich als alter Bauer, mit Erfahrung in alten Techniken