
Aufblende – Wüstenlandschaft. Irak-Krieg. Gemetzel. Einer der Soldaten hat merkwürdig kalte Augen, schwefelgelb blitzt das Gewehrfeuer in seinen schwarz gemalten Augenhöhlen auf – gibt es Dämonischeres als Krieg? Ja, gibt es: Harter Schnitt auf den Polizisten Sarchie (Eric Bana) in der verregneten Bronx, der soeben eine Kinderleiche aus dem Müllcontainer gefischt hat. Wir werden dem Irak-Veteranen (absolut sehenswert: der Brite Sean Harris) wieder begegnen im Lauf des Films, und wir werden uns ständig fragen: PTSD (Post-traumatische Störung) oder Besessenheit? Dämonen, natürlich, so der zwielichtige Jesuiten-Pater Mendoza (Edgar Ramirez) … schliesslich sei man im Irak dem “primären Bösen” begegnet!
Ein Werbespot für den Katholizismus? Ja (offensichtlich ganz gezielt auf ein lateinamerikanisches Publikum ausgerichtet)… und nein: In diesem Film wäre noch viel mehr möglich gewesen – und ist auch meisterlich angedeutet. Dazwischen viel generisches Horrorfilm-Geplänkel (es wird still, also kommt jetzt gleich ein Schreckmoment … gähn!) und auch noch ein Schuss POLTERGEIST, weil sich Kinder so schön fürchten können. Dabei macht es so richtig Angst, wie leicht man durch Beichte und Dämonen die eigene Verantwortung für das Böse in sich selbst nach aussen abschieben kann. Wunderbar: Der Soundtrack, unter anderem von den Doors, und der verstörend schöne Abspann.
Falls Vergleichende Religionswissenschaft kein Fremdwort ist: Geduld mitbringen und ansehen. Empfohlene Lektüre zum Film: “The Lucifer Principle”
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